Philip Morris legt „Untersuchung“ vor: „Die meisten Raucher wollen nicht aufhören“
1000 erwachsenen Rauchern wurden auf Kosten des Tabakkonzerns Philip Morris von einem Meinungsforschungsinstitut (NIQ/GfK) zum fünften Mal in jährlichem Abstand befragt. Das Ergebnis der Befragung: Die Mehrheit sei zurzeit nicht motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören. Aus der teuren Untersuchung zieht Philip Morris den Schluss: Die Raucher sollen nicht Aufhören – sie wollen ja schließlich rauchen -, aber sie sollen die „verbrennungsfreien Nikotin- und Tabakprodukte“ des Megakonzerns kaufen, für die der Konzern aggressiv in aktuellen Zeitschriftenmagazinen wirbt und bei deren Verkauf der Staat auch noch helfen soll.
Dem steht entgegen, dass Nikotin den Rauchern ihre Willensfreiheit raubt. Die große Mehrheit der Raucher fängt damit an, wenn sie jung sind und drei Viertel sagen später, dass sie nicht damit angefangen hätten, wenn sie die Uhr zurückdrehen könnten.
Bei der Befragung hatten die Raucher drei Antworten zur Auswahl:
„ICH WILL/MÖCHTE NICHT MIT DEM RAUCHEN AUFHÖREN.“
„ICH HABE DEN WUNSCH AUFZUHÖREN, ABER ICH HABE NOCH NICHT DARÜBER NACHGEDACHT, WANN.“
„ICH MÖCHTE UNBEDINGT AUFHÖREN. UND HABE ES IN DEN NÄCHSTEN 1 BIS 12 MONATEN VOR BZW. HABE NOCH NICHT DARÜBER NACHGEDACHT WANN.“
Die befragten Raucher sollten sich für eine dieser Möglichkeiten entscheiden und eine Mehrheit entschied sich bei der Befragung für die erste Alternative: Ich will nicht aufhören.
„Millionen Raucher wollen nicht aufhören – was tun?“ Unter diesem Titel berichtet dpa. Ist das eine gute Frage? Oder stellt sich vielmehr die Frage, ob dieses Ergebnis der Umfrage überhaupt ein Beleg dafür sein kann, dass Raucher nicht aufhören WOLLEN? Die meisten Raucher wollen aufhören, aber das Aufhören wird ihnen unglaublich schwer gemacht.
Weil Nikotin stark süchtig macht, wird der süchtige Raucher durch Tabak in seiner Umgebung dauernd herausgefordert: Im Supermarkt liegen Zigarettenschachteln in Armeslänge vor ihm, Zigarettenautomaten bieten sogar nachts das Suchtmittel an, die Sucht nach Nikotin gilt allgemein nicht als Makel. Eine Zigarette zu „schnorren“ ist gesellschaftlich akzeptiert, Zigaretten werden sogar ungefragt angeboten und Raucherpausen gelten als den Zusammenhalt unter Kollegen fördernd. Unter diesen Prämissen kann die Entscheidung, das Rauchen aufzugeben, sehr schwerfallen. Diese ständigen Verfügbarkeiten von Tabak sind die eigentlichen Barrieren des Rauchstopps. Jeder Raucher weiß, dass unter diesen Prämissen die Entscheidung, das Rauchen aufzugeben, leicht ins Wanken geraten kann. Dies bedeutet aber nicht, dass die Mehrheit der Raucher nicht aufhören, sondern weiter rauchen will.
Wenn die in der Studie befragten Raucher also nicht erklären, dass sie mit dem Rauchen aufhören wollen, geschieht dies vor dem Hintergrund einer Umgebung, die einen Rauchstopp enorm erschwert. Dass sie rauchen wollen, bedeutet dies aber nicht.
Die von Philip Morris initiierte und bezahlte Studie „Barrieren des Rauchstopps“ hat ebenso wie alle anderen Aktivitäten nur ein Ziel: Philip Morris will seine E-Zigaretten und Tabakerhitzer verkaufen.
Um dies zu erreichen, schaltet der Konzern in Zeitschriften ganzseitige Werbeanzeigen mit echten Konsumentinnen, „die für ihre Teilnahme an dieser Aufklärungskampagne entlohnt“ wurden. E-Zigaretten bergen große Gesundheitsrisiken und gelten für viele Experten als erster Schritt auf dem Weg zum regelmäßigen Konsum von Tabakzigaretten. Immer mehr 14- bis 17-Jährige rauchen E-Zigaretten und immer mehr Schulkinder haben schon einmal Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht. Je früher Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie abhängig werden und noch als Erwachsene regelmäßig rauchen werden. Hinterhältig will der Konzern Philip Morris mit Hilfe der Studie seine „rauchfreien Produkte“ als weniger riskant präsentieren, um in heimtückischer Weise das Vertrauen der Menschen auszunutzen.
Heuchlerisch und zynisch als angeblicher Wohltäter äußert sich Alexander Nussbaum, Chefwissenschaftler bei der Philip Morris GmbH in der TABAKZEITUNG vom 10. Dezember 2025: „Die Debatte rund um die Regulierung von Tabakprodukten vernachlässigt häufig Menschen mittleren und höheren Alters, obwohl diese Altersgruppen am stärksten von den gesundheitlichen Folgen des Rauchens betroffen sind und die stabilste Raucherquote aufweisen.“ (Möge Alexander Nussbaum es Jeffrey Wigand nachmachen und die schmutzigen Tricks seines Unternehmens offenbaren.)
Weil behauptet wird, dass Raucher gar nicht aufhören wollen, sollen sie Weiterrauchen, aber umsteigen auf die „rauchfreien Produkte, die ebenfalls gefährliche Schadstoffe enthalten, für den Tabakkonzern aber noch lukrativer sind. Schamlos wird gefordert, dass bei diesem Umstieg der Staat helfen soll. Es zeigt sich, dass es sich für den Tabakkonzern auszahlt, dass Philip Morris den früheren Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein eingekauft hat. Der frühere SPD-Politiker Torsten Albig ist jetzt Cheflobbyist von Philip Morris Deutschland und stellt sich gewissenlos in den Dienst des Tabakgiganten.
Tabaklobbyist Torsten Albig behauptet schamlos: Raucher wollen gar nicht aufhören
Die Tabakindustrie ist unglaublich lukrativ und Geld spielt gar keine Rolle. Es ist die Strategie von Philipp Morris, zu täuschen, und als weitere Steigerung seiner miesen Machenschaften will der Konzern als Wohltäter zu erscheinen.

